Türkenbilder in der Reysbeschreibung des Johann Wild (1613)

von Christoph Würflinger

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer

Diese Arbeit beschäftigt sich mit Fremdbildern im frühen 17. Jahrhundert. Untersucht werden diese anhand des 1613 veröffentlichten Reiseberichts des Soldaten Johann Wild, der im Zuge des sogenannten Langen Türkenkrieges (1593–1606) in Gefangenschaft geriet und infolge dessen als Sklave das ihm fremde Osmanische Reich bereiste. Mittels eines weiten Kulturbegriffs wird analysiert, wovon und aus welchen Gründen sich Wild abzugrenzen versuchte. Sein Bericht wird dabei stets im Kontext der zeitgenössischen Literatur zur „Türkengefahr“ betrachtet.

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Alexander Langer als Akteur der „68er-Bewegung“ in Südtirol

von Simona Winkler

Arbeit eingereicht bei: MMag. Andrej Werth

Alexander Langer (1946–1995) gilt als einer der bedeutendsten Akteure der „68er-Bewegung“ in Südtirol / Alto Adige und fiel auch während seiner späteren politischen Karriere als Landtagsabgeordneter oftmals aufgrund seiner kontroversen Sichtweisen bezüglich der Sprachgruppenproblematik im Land auf. Zeitlebens engagierte er sich für ein friedliches Zusammenleben zwischen der deutsch-, italienisch- und ladinischsprachigen Bevölkerung  sowie für die Pluralisierung Südtirols / Alto Adiges in medialer und politischer Hinsicht. Seine Aktivitäten um das Jahr 1968 werden im Folgenden genauer erläutert und in den historischen Kontext der 1960er Jahre in der Region eingeordnet. Damit wird eine Lücke der regionalen Geschichtswissenschaft in Bezug auf die „68er-Bewegung“ thematisiert.

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Das Selbstzeugnis des Johannes Bozenhart – Übergangsriten im Dreißigjährigen Krieg

von Martina Rauchenzauner

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer

Johannes Bozenhart, ein Benediktinermönch aus der Nähe von Ulm, fasste während des Dreißigjährigen Krieges seine Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken in einem Tagebuch zusammen. Neben den Beschreibungen der politischen und kriegerischen Auseinandersetzungen schildert der Geistliche auch Szenen aus dem Leben seiner Mitmenschen. Trotz des Krieges versuchten diese, gesellschaftliche Ereignisse in gewohnter Form zu begehen. In diesem Beitrag werden die Rituale Taufe, Hochzeit und Begräbnis unter Einbeziehung der Theorie von Arnold van Gennep, der rites de passage(Übergangsriten), analysiert. Dabei steht nicht nur die Abfolge der einzelnen Rituale im Vordergrund der Betrachtung, sondern auch die Darstellung dieser Ereignisse durch den Autor Bozenhart. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Schreibers im Kontext von Gesellschaft und Krieg ziehen.

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Zwischen Pragmatismus, Verurteilung und Verdrängung – Blicke von „außen“ auf die Prostitution in Salzburg um 1900

von Bianca Kronsteiner

Arbeit eingereicht bei: Ao. Univ.-Prof. Dr. Sylvia Hahn

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stellte Armut ein weitverbreitetes Problem in der Salzburger Bevölkerung dar. Unter anderem waren Frauen davon stark betroffen und aufgrund ihrer schwierigen Verdienstlage war Prostitution mitunter häufig die einzige Möglichkeit, sich einen Lebensunterhalt zu verdienen. Vor allem Dienstmädchen, Arbeiterinnen, Kellnerinnen und Tagelöhnerinnen machten einen hohen Anteil unter den Prostituierten aus. Das Prostitutionswesen bildete ein komplexes System bestehend aus Prostituierten, ZuhälterInnen, KupplerInnen, BordellbesitzerInnen und Freiern. Dem gegenüber standen KritikerInnen und GegnerInnen, die sich aus FrauenrechtlerInnen, MedizinerInnen sowie der Verwaltung und Exekutive zusammensetzten. Im folgenden Beitrag werden die unterschiedlichen Wahrnehmungsformen von Prostitution in Salzburg um 1900 analysiert, wobei der Fokus auf der medialen Öffentlichkeit, den Reaktionen der Verwaltungsorgane und unterschiedlichen öffentlichen AkteurInnen liegt.

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Unterrichtssequenz zur De-Konstruktion von Serien im kompetenzorientierten Geschichtsunterricht: Die Showtime Produktion The Tudors

von Verena Harbauer

Arbeit eingereicht bei: MMag. Dr. Heinrich Ammerer

Der Mehrwert des Einsatzes von historisch-fiktionalen Spielfilmen und Serien im Geschichtsunterricht wird von vielen GeschichtsdidaktikerInnen, HistorikerInnen und LehrerInnen seit Jahrzehnten diskutiert. Diese rege Diskussion zu beenden, vermag dieser Artikel nicht, jedoch liefert er zahlreiche Argumente und Ansätze für den Einsatz von Spielfilmen und Serien im kompetenzorientierten Geschichtsunterricht. Am Beispiel der Showtime Serie The Tudors wird aufgezeigt, dass selbst Produktionen, die in Bezug auf ihre historische Triftigkeit als fragwürdig einzustufen sind, zahlreiche Möglichkeiten zur Ausarbeitung von Aufgaben bieten, um die Entwicklung der historischen Kompetenzen im Unterricht zu fördern. Den SchülerInnen kann sowohl der reflektierte und analytische Umgang mit Geschichte(n) als auch kritisches Arbeiten nähergebracht werden. Die Serie The Tudors eignet sich als Beispiel, da es sich um eine moderne und zugleich umstrittene Produktion handelt.

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Das Redaktionsteam der Ausgabe 2/2015

Redaktionsleitung
Mag. Susanne Höll

Gutachter*innen
Florian Angerer, BA
MMag. Elisabeth Berger
Ao. Univ. Prof. Dr. Helga Embacher
Mag. Susanne Höll
Mag. Barbara Hufnagl
Julia Maria Kellner, BA BA MA
MMMag. Dr. Elisabeth Lobenwein
Mag. Dr. Lena Oetzel
Ao. Univ. Prof. Dr. Norbert Ortmayr
Mag. Elke Papelitzky
Priv.-Doz. Mag. Dr. Alexander Pinwinkler
Mag. Dr. Grazia Prontera
Mag. Dr. Georg Stöger
Univ. Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer
Mag. Bernhard Trautwein
Christoph Würflinger, BA

Endredaktion
Mag. Susanne Höll
MMMag. Dr. Elisabeth Lobenwein
Jan Rybak, BA MA
Valerie Esther Stejskal, BA
Univ. Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer