„Folter im Mittelalter“ in einer Auswahl aktueller österreichischer Schulbücher. Eine Diskursanalyse

von Isabella Schild

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Dr. Lothar Kolmer

Die Populärkultur prägte das Bild vom „entzweiten Mittelalter“ und schuf damit ein wissenschaftlich kaum zu überwindendes Paradigma. Deren Breitenwirkung ist weitreichend und muss kritisch hinterfragt werden. Auch in der Schule und durch die Schulbücher wird dieses Geschichtsverständnis gefördert. Dieser Beitrag untersucht, wie sich eine Auswahl an aktuellen österreichischen Schulbüchern vor diesem Hintergrund mit dem Thema „Folter im Mittelalter“ auseinandersetzen. Anstatt Folter im Kontext des Mittelalters zeitlich gerecht in dessen Straf- und Gerichtssystem einzuordnen und Machtverhältnisse zur Analyse anzubieten, beschränken sich viele Aufbereitungen auf die Darstellung von grausamen Foltermethoden.

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Orientbilder in Montesquieus „Vom Geist der Gesetze“

von Lukas Pesendorfer

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer

Charles-Louis de Secondat, Baron de Montesquieu veröffentlichte 1748 mit dem Werk Vom Geist der Gesetze eine umfangreiche politische Theorie, in der erstmals die Idee der staatlichen Gewaltenteilung einem breiten Publikum bekannt gemacht wurde. Hauptsächlich werden in dem Werk jedoch die verschiedenen Staatsformen der Welt mithilfe historischer Ereignisse reflektiert und kategorisiert. Eine zentrale Rolle nimmt dabei das Gegensatzpaar Asien – Europa ein. Im Spannungsfeld „Orient“ und „Okzident“, Despotie und Monarchie sowie imaginierten Orientbildern und historischen Reiseberichten entfaltet Montesquieu eine komplexe Theorie, die heute auch als indirekte Kritik an der Herrschaft Ludwigs XIV. gedeutet wird.

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Der Soundtrack der Abgrenzung. Ein Oral-History Zugang zur Musik und Jugendkultur im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre

von Lorenz Paulus

Arbeit eingereicht bei: Ass. Prof. Mag. Dr. Ewald Hiebl

Die Arbeit behandelt die Rolle der Musik in der Herausbildung von Jugendkulturen im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre. Im Vordergrund steht ein erinnerungs- und erfahrungsgeschichtlicher Zugang, der sich auf vier Oral-History Interviews mit ZeitzeugInnen stützt. (Jugend-)Kulturelle Phänomene wie der Rock ’n’ Roll, die Halbstarken, der Beat und die Beatles werden somit auch aus einer Salzburger Perspektive betrachtet. Darüber hinaus wird ihr Potential bezüglich jugendlicher Abgrenzung, Identitätsbildung und Sinnstiftung erforscht und stets am Grad der Ablehnung der Erwachsenenwelt gemessen.

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Ingenieur vs. Berg – Der Kampf ums Matterhorn. Eine kritische Betrachtung der Konzessionsanträge für das nicht verwirklichte Projekt einer Matterhornbahn

von Stefanie Niesner

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Dr. Martin Knoll

Eine familientaugliche Ausflugsbahn auf den Gipfel des Matterhorns – das war um 1900 das Ziel eines Geschäftsmanns und eines ambitionierten Ingenieurs. Nach Eingang des Konzessionsgesuchs beim Schweizer Bundesrat liefen die in- und ausländische Presse sowie der erst kurz zuvor gegründete Heimatschutz Sturm und lancierten die bis zu diesem Zeitpunkt spektakulärste Unterschriftenaktion der Schweiz. Das Projekt wurde aufgrund des breiten Protests nie genehmigt, allerdings auch nicht offiziell abgelehnt. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Entwicklungen um die Bearbeitung des Konzessionsantrages und analysiert die damit einhergehenden Problematiken. Im direkten Vergleich mit der Jungfraubahn im Berner Oberland wird deutlich, dass die heutige „Unversehrtheit“ des Matterhorns nicht nur dem Widerstand der Gegner geschuldet ist, sondern spätestens an der Finanzierung gescheitert wäre.

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Schule im Nationalsozialismus mit Fokus auf den Pongau / Salzburg – dargestellt anhand von Schulchroniken und Interviews

von Gertrude Chalupny

Arbeit eingereicht bei: Ao. Univ.-Prof. Dr. Helga Embacher

Die Arbeit befasst sich mit dem nationalsozialistischen Schul- und Erziehungssystem, das sein Hauptziel in der Formung des Menschen auf Basis der nationalsozialistischen Ideologie sah. Es wird untersucht, welche Folgen sich aus dem totalen Zugriff von Partei und Staat für die Schulen, die LehrerInnen und SchülerInnen sowie den Schulalltag ergaben und mit welchen Konzepten und Methoden versucht wurde, die Erziehungsinhalte und -ziele zu erreichen. Im Fokus steht die Schulsituation im Pongau (Bundesland Salzburg) von 1938 bis 1945. Ausgewertet werden Schulchroniken und fünf Interviews von ZeitzeugInnen. Gegenstand der narrativen Interviews sind Kindheits- und Jugenderinnerungen an ein Leben in Diktatur und Krieg, die Chronikeintragungen veranschaulichen die Schulsituation und bilden ein Korrelat zur Sicht der Interviewten.

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Das Redaktionsteam der Ausgabe 3/2016

Redaktionsleitung
Mag. Susanne Höll

Gutachter*innen
MMag. Elisabeth Berger
Ao. Univ. Prof. Dr. Helga Embacher
V. Ass. Mag. Dr. Ewald Hiebl
Mag. Susanne Höll
Mag. Barbara Hufnagl
Philipp Humer, BA
MMMag. Dr. Elisabeth Lobenwein
Ao. Univ. Prof. Dr. Norbert Ortmayr
Mag. Elke Papelitzky
Mag. Dr. Grazia Prontera
Univ. Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer
Mag. Bernhard Trautwein
Hannah Marlene Wahl, BA
Christoph Würflinger, BA

Endredaktion
Mag. Susanne Höll
MMMag. Dr. Elisabeth Lobenwein
Valerie Esther Stejskal, BA
Univ. Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer