Isfahan unter den Safawiden – Persische Raumkonzepte in Engelbert Kaempfers Reisebericht Amoenitates Exoticae 1712

von Daniela Vordermaier

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer

In seinem 1712 veröffentlichten Reisebericht Aemonitates Exoticae gab der Arzt und Gelehrte Engelbert Kaempfer einen Überblick über die architektonischen und urbanistischen Grundlagen der persischen Hauptstadt Isfahan und ihrer Garten- und Palastanlagen, der Fragen nach persischen Raumkonzepten, städtebaulicher Repräsentation und der Bedeutung des persischen Gartens im Safawidenreich aufwirft. Neben textlichen Beschreibungen fügte Kaempfer erstmals kartografisches Material ein, das nicht zu illustrativen Zwecken, sondern als Erklärung diente, den medialen Zusammenhang von Text und Bild in den Fokus rückte und einen Vergleich mit zeitnah in diesem Kontext entstandener Vedutenmalerei ermöglicht. Seinem botanischen Interesse geschuldet war zudem eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Gartenanlagen, die auf eine überblicksmäßige Beschäftigung mit dem Konzept des islamischen Gartens hinweist und zu dessen Vermittlung in den Westen beitrug.

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Impfen: Ja oder Nein? Eine historische Betrachtung der Impfdebatte des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum im Vergleich zur Gegenwart Psychiatries in the 20th Century

von Süß Katharina

Arbeit eingereicht bei: Ass.-Prof. Dr. Alfred Stefan Weiss

Die Frage „Impfen: Ja oder Nein?“ spaltet die Gesellschaft in zwei gegensätzliche Lager, die, wie es scheint, kaum miteinander zu versöhnen sind: jenes der Impfgegner/-innen und jenes der Impfbefürworter/-innen. Wenig bekannt ist der Umstand, dass diese Diskussion des Für und Wider von Schutzimpfungen keine neue ist, sondern seit der Entwicklung und Institutionalisierung der Kuhpockenimpfung durch Edward Jenner existiert. Der vorliegende Beitrag zeichnet einige Argumentationsstränge in dieser gesamtgesellschaftlichen Kontroverse seit deren Beginn bis in die Gegenwart nach.

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„Von pfennincpredigern und heuschrecken im menschenantlütze“ – zur Rolle von Geld und Wucher in antijüdischen Vorstellungen im Mittelalter

von Sebastian Piringer

Arbeit eingereicht bei: Priv.-Doz. Mag. Dr. Birgit Wiedl MAS

Kaum eine Vorstellung hat das jüdisch-christliche Verhältnis so entscheidend geprägt wie die des „Wucherjuden“. Zunächst als innerchristlicher Diskurs unter Theologen geführt, wurde das Bild vom „Geld in jüdischen Händen“ später mithilfe von Predigt und Exempelliteratur in die mittelalterliche Gesell-schaft hineingetragen – mit all seinen Folgen für das aschkenasische Judentum (bis heute). Der vorliegende Aufsatz analysiert die Motive hinter den diskursiven Strategien, die sich für eine Etablierung und Tradierung des „Wucherjuden“ verantwortlich zeigten sowie ihren Einsatz in antijüdischen Blutbeschuldigungslegenden. Es wird gezeigt, dass Geld bei der inhaltlichen Gestaltung solcher Geschichten vielfach als Kumulationsbegriff fungierte, an den die übrigen judenfeindlichen Narrative ideal andocken konnten.

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Multimodalität im Reisebericht „Vermehrte Newe Beschreibung Der Muscowitischen vnd Persischen Reyse“ (1656, Reisejahre: 1633 1639) des Adam Olearius: Isfahan in Sprache und Bild

von Judith Klanner

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer

Multimodalität bezeichnet eine Form der intersemiotischen Kommunikation. In der folgenden Arbeit werden intersemiotische Beziehungen im Reisebericht Vermehrte Newe Beschreibung Der Muscowitischen vnd Persischen Reyse von Adam Olearius aus dem 17. Jahrhundert untersucht. Konkret stehen die Beschreibung der Stadt Isfahan und evaluative Darstellungen des Fremden im Vordergrund. Die Analyse zeigt, dass zwischen verbalen Erörterungen und visuellen Abbildungen intersemiotische Beziehungen bestehen. Beide Modalitäten überneh-men dabei verschiedene Funktionen. Während die Bilder u. a. das Gesagte visuell verstärken, dient der verbale Text dazu, zusätzliche Informationen anzuführen und subjektive Evaluationen des Wahrgenommenen zu vermitteln. Die Analyse in diesem Kontext repräsentiert eine bisher einzigartige Verbindung von linguistischen und geschichtswissenschaftlichen Methoden.

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Schweigen im (Blätter-)Walde? Ein Beitrag zur Geschichte des Widerstandes gegen die Pyhrnautobahn

von Peter Größwagen

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Dr. Martin Knoll

Die Pyhrnautobahn ist als Teil des transeuropäischen Straßennetzes eine hoch-rangige Alpenquerung. 1987 kam es nach Beginn der Arbeiten zum Lücken-schluss in Oberösterreich zu Baustellenbesetzungen, die durch das Einschreiten der Gendarmarie beendet werden mussten. Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption der Widerstandsaktionen in österreichweit erscheinenden Print-medien mit Hilfe der historischen Diskursanalyse. Die durch Große Koalition, gemeinsame wirtschafts- und beschäftigungspolitische Ziele der Sozialpartner und die Interessen der Bundesländer Oberösterreich und Steiermark entstan-denen hegemonialen Politikverhältnisse bewirkten einen stabilen Pro-Autobahn-Diskurs. Den Autobahngegnerinnen und -gegnern gelang es weder regi-onal, Menschen in nennenswerter Anzahl zu mobilisieren, noch nachhaltig über die regionale Ebene hinaus Aufmerksamkeit zu erzeugen.

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Von „Offiziersmädchen“, „Mannschaftshuren“ und „Schützengrabenmenschern“. Mediale Diskurse und gesellschaftliche Perzeptionen der österreichischen Frauenpresse zur Kriegsprostitution 1914–1918

von Christoph Elbl

Arbeit eingereicht bei: Dr. Katharina Scharf, BA MA

Mit dem Ersten Weltkrieg gewann die Prostitutionsdebatte in Österreich-Ungarn zunehmend an Brisanz. Die Bestürzung über die militärische Institutionalisierung der Sexarbeit und den „Verfall der Sitten“ äußerte sich besonders in der Presse als Spiegel des öffentlichen Diskurses. Perzeptionen und Argumentationen der einzelnen Blätter divergierten dabei aber stark. Dieser Artikel widmet sich erstmals dem spezifischen Zweig der österreichischen Frauenpresse und versucht, mittels Diskursanalyse dreier exemplarischer Zeitschriften, den weiblichen Prostitutionsdiskurs der Kriegsjahre zu umreißen. Aufbauend auf diesen empirischen Erkenntnissen werden zudem die grundlegenden Ursachen der Diskriminierung erörtert und im Sinne des Intersektionalitätsansatzes auf fünf zentrale Kategorien zurückgeführt.

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Das Redaktionsteam der Ausgabe 6/2019

Redaktionsleitung
Mag. Susanne Höll
Birgit Brenner, BA
Marie-Therése Scheuringer, BA  (in Vertretung)
Anna Spitzbart, BA (in Vertretung)

Gutachter*innen
MMag. Dr. Heinrich Ammerer
MMag. Matthias Egger
Mag. Susanne Höll
Mag. Marlene Horejs
Anna Huemer, Bakk. komm. MA
Philipp Humer, BA
Elias Knapp, BA
Mag. Hester Margreiter BSc
Sybille Mühlbacher, B.Ed. BA
Katharina Scharf, MA BA
Marie-Therése Scheuringer, BA
Anna Spitzbart, BA
Manuel Johannes Stolz, BA BA
Anton Strobl, BA
Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer
Christoph Würflinger, MA BA

Endredaktion
Elias Knapp, BA
Dr. Lena Oetzel
Birgit Brenner, BA