Art as a Type of Therapy – Lives and Works of Artists in German, Swiss and Austrian Psychiatries in the 20th Century

von Daniela Vordermaier

Arbeit eingereicht bei: Ass.-Prof. Dr. Alfred Stefan Weiss

After avant-garde artists had widened the use of traditional materials, styles and groups of creators to support the upgrading of psychotic artworks, psychiatric clinics became places of art production in the 20th century. As creative designing was institutionally embedded within these facilities from the 1950s onwards, questions about its functions within these contexts arose. This paper examines the lives and works of three non-professional artists living in German, Swiss and Austrian clinics by analysing six of their paintings and drawings. It asks about the reasons that led to the emergence of creative drives within them, about the needs they hereby satisfied and about the functions art had in their lives. In order to integrate their works within interdisciplinary research, the article draws on Erving Goffman’s theory of total institutions to examine whether the case studies used art to express autonomy and self-determination within their socially, locally and economically restricted environment.

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Das „Kaiser Kaiser-Karl-Wohlfahrtswerk“ – Die staatliche Kinderverschickungsaktion im Ersten Weltkrieg

von Annette Maria Pommer

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Laurence Cole, BA. Ph.D.

„Kinder aufs Land!“, so lautete der Aufruf in den Tageszeitungen im Kriegsjahr 1918. Nach dem Vorbild von privaten Vereinen organisierte das österreichisch-ungarische Komitee des Kaiser-Karl-Wohlfahrtswerkes auf kaiserlichen Befehl eine kronländerübergreifende Kinderverschickungsaktion. Der Artikel widmet sich dieser größten mobilen Hilfsaktion des Ersten Weltkrieges, die von der Regierung als Reaktion auf das Elend der Kinder und auf den bröckelnden Rückhalt in der Zivilbevölkerung an der sogenannten „Heimatfront“ in die Wege geleitet wurde.

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„Drinking Apartheid“ in Südwestafrika: „Weiße“ Kneipen, Shebeens und Bierhallen

von Erich Maislinger

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Dr. Albert Lichtblau

Namibia, ein Staat im südwestlichen Afrika, welcher zunächst vom deutschen Kaiserreich kolonialisiert worden war und in dem nach dem Ersten Weltkrieg als Mandatsgebiet Südafrikas die Apartheidsgesetze galten, blickt auf eine lange Geschichte der rassischen Trennung und Ausbeutung zurück. Dieser Aufsatz beschäftigt sich mit verschiedenen Trinkstätten der südafrikanischen Periode und der Frage, was sich über das Zusammenleben (oder auch Nicht-Zusammenleben) der verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Landes innerhalb dieser Einrichtungen feststellen lässt bzw. inwiefern sie einerseits offen waren und andererseits Grenzen sichtbar machen. Ersichtlich wird dabei, das große Interesse der Regierung, diese Orte zu kontrollieren. Außerdem kann festgestellt werden, dass sich Konflikte innerhalb solcher Trinkstätten (oder sie betreffend) nicht nur auf den Gegensatz zwischen Schwarzen/People of Color und Weißen beschränkten.

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„Da fehlen ja die Fensterbrettl!“ Der Skandal um Adolf Loos‘ Haus am Michaelerplatz im Kontext der Wiener Moderne

von Laura Fischlhammer

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Laurence Cole, BA. Ph.D.

Das gemeinhin nach seinem Architekten benannte „Loos-Haus“ am Wiener Michaelerplatz repräsentierte in der von kulturellen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägten Zeit der Wiener Moderne die Ansprüche einer „modernen“ Baukunst. Dafür wurden das Gebäude und sein Architekt, Adolf Loos, nach der Enthüllung der schmucklosen Außenfassade von der Wiener Presse und der Stadtpolitik angefeindet und skandalisiert. Die vorliegende Arbeit zeigt basierend auf zeitgenössischen Zeitungstexten auf, inwiefern sich dieser Skandal im Vergleich zu weiteren „Kunstskandalen“ verhält, die ein zentrales Phänomen in der Gesellschaft jener Zeit darstellen. Dabei soll insbesondere der „moderne“ Umgang Loos‘ mit „seinem“ Skandal im Mittelpunkt stehen, da dieser die öffentliche Aufregung konstruktiv zu seinem eigenen Vorteil nutzte.

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Von der Flâneurie zur Voyage. Frühe Radreisen als Sonderform der weiblichen Mobilitätsgeschichte(n) im englischen Radsport?

von Christoph Elbl

Arbeit eingereicht bei: Mag. Dr. Andreas Praher

Gestützt auf tief verankerte Ressentiments und etablierte Geschlechterrollen gingen der Emanzipation von Frauen im englischen Radsport Ende des 19. Jahrhunderts heftige gesellschaftliche Debatten voraus. Während in der Forschung dahingehend mit der Flâneurie on Bicycles alltägliche Radfahrten zur Zeit der Jahrhundertwende bereits berücksichtigt wurden, fehlt eine Betrachtung mehrtägiger Radreisen gänzlich. Unter dem Blickpunkt von Gender und Mobility definiert dieser Artikel mit der Voyage frühe Radreisen erstmals als Sonderform insbesondere weiblicher Mobilitätsgeschichten im Sport. Erläutert werden sowohl die vielfältigen Voraussetzungen als auch spezifischen Charakteristika zeitgenössischer Radreisen. Zur Konkretisierung wird mit dem kaum erforschten Tagebuch Amy Maldens aus den Jahren 1901 und 1903 zudem eines der raren Selbstzeugnisse weiblicher Radreisender analysiert.

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Das Redaktionsteam der Ausgabe 7/2020

Redaktionsleitung
Birgit Brenner, BA MA

Gutachter*innen
Mag. Marlene Horejs
Anna Huemer, Bakk. komm. MA
Mag. Hester Margreiter BSc
Mag. Dr. Alexander Jost
Elias Knapp, BA MA
Robert Moretti, BA BA MA
Dr. Katharina Scharf, MA BA
Anna Spitzbart, BA
Manuel Johannes Stolz, BA BA
Anton Strobl, BA
Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer
Christoph Würflinger, BA MA

Endredaktion
Saskia Köglberger, BA BA
Dr. Lena Oetzel
Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Strohmeyer
Mag. Dr. Alexander Jost
Birgit Brenner, BA MA