Von Gästen und Geächteten. Sommerfrische-Idyll und Antisemitismus am Mattsee (1860–1920)

Mattsee, eine bei Reisenden beliebte Gemeinde im nördlichen Salzburger Flachgau, zog im Juli 1921 die mediale Aufmerksamkeit auf sich, als der Ort vom Gemeindevorstand offiziell für „judenfrei“ erklärt wurde. Durch dieses Alleinstellungsmerkmal sollten in Krisenzeiten besonders viele Sommerfrischegäste nach Mattsee gelockt werden. Ein gänzlich gegenteiliges Bild Mattsees zeigte sich jedoch noch vor dem Ersten Weltkrieg, als…

Hoffnung bis zum Tod. Wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt – der Fall des Edmund Molnar aus Hallein

Eine öffentlich geäußerte Beleidigung Adolf Hitlers durch einen Soldaten konnte während des Nationalsozialismus als Wehrkraftzersetzung bezeichnet und verurteilt werden. In der vorliegenden Arbeit wird ein solcher Fall näher beleuchtet. Bei dem Verurteilten handelt es sich um den gebürtigen Halleiner Edmund Molnar, welcher am 14. August 1943 verhaftet und am 26. Mai 1944 im Alter von 21 Jahren erschossen…

Schule im Nationalsozialismus mit Fokus auf den Pongau / Salzburg – dargestellt anhand von Schulchroniken und Interviews

Die Arbeit befasst sich mit dem nationalsozialistischen Schul- und Erziehungssystem, das sein Hauptziel in der Formung des Menschen auf Basis der nationalsozialistischen Ideologie sah. Es wird untersucht, welche Folgen sich aus dem totalen Zugriff von Partei und Staat für die Schulen, die LehrerInnen und SchülerInnen sowie den Schulalltag ergaben und mit welchen Konzepten und Methoden…

Der Soundtrack der Abgrenzung. Ein Oral-History Zugang zur Musik und Jugendkultur im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre

Die Arbeit behandelt die Rolle der Musik in der Herausbildung von Jugendkulturen im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre. Im Vordergrund steht ein erinnerungs- und erfahrungsgeschichtlicher Zugang, der sich auf vier Oral-History Interviews mit ZeitzeugInnen stützt. (Jugend-)Kulturelle Phänomene wie der Rock ’n’ Roll, die Halbstarken, der Beat und die Beatles werden somit auch aus einer…

Zwischen Pragmatismus, Verurteilung und Verdrängung – Blicke von „außen“ auf die Prostitution in Salzburg um 1900

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stellte Armut ein weitverbreitetes Problem in der Salzburger Bevölkerung dar. Unter anderem waren Frauen davon stark betroffen und aufgrund ihrer schwierigen Verdienstlage war Prostitution mitunter häufig die einzige Möglichkeit, sich einen Lebensunterhalt zu verdienen. Vor allem Dienstmädchen, Arbeiterinnen, Kellnerinnen und Tagelöhnerinnen machten einen hohen Anteil unter den…