Die Kunstkammer Erzherzog Ferdinands II.: Das Ambraser Wappenkästchen im Vergleich


Das Ambraser Wappenkästchen ist seit dem 16. Jahrhundert als Teil der Kunst- und Wunderkammer Erzherzog Ferdinands II. auf Schloss Ambras in Innsbruck belegt. Obwohl vor allem in den letzten Jahren das intrikate Innenleben des Kästchens sowie die verschiedenen Materialien aus denen das Innere des Kästchens besteht in der Forschung untersucht wurden, sind Fragen bezüglich der Herstellungsmotive sowie der Funktion des Wappenkästchens noch unbeantwortet. Dieser Beitrag versucht daher durch den Vergleich mit drei ähnlichen Objekten, Antworten auf diese Fragen zu finden. Dazu wird innerhalb der materiellen Kulturforschung methodisch der Zugang einer erweiterten Objektbiografie gewählt. Als Vergleichsobjekte werden unter unterschiedlichen Gesichtspunkten das Quedlinburger Wappenkästchen, zwei Gaming Boxes aus dem Victoria and Albert Museum sowie der Ambraser Schüttelkasten herangezogen.

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Art as a Type of Therapy – Lives and Works of Artists in German, Swiss and Austrian Psychiatries in the 20th Century

After avant-garde artists had widened the use of traditional materials, styles and groups of creators to support the upgrading of psychotic artworks, psychiatric clinics became places of art production in the 20th century. As creative designing was institutionally embedded within these facilities from the 1950s onwards, questions about its functions within these contexts arose. This paper examines the lives and works of three non-professional artists living in German, Swiss and Austrian clinics by analysing six of their paintings and drawings. It asks about the reasons that led to the emergence of creative drives within them, about the needs they hereby satisfied and about the functions art had in their lives. In order to integrate their works within interdisciplinary research, the article draws on Erving Goffman’s theory of total institutions to examine whether the case studies used art to express autonomy and self-determination within their socially, locally and economically restricted environment.

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„Da fehlen ja die Fensterbrettl!“ Der Skandal um Adolf Loos‘ Haus am Michaelerplatz im Kontext der Wiener Moderne

Das gemeinhin nach seinem Architekten benannte „Loos-Haus“ am Wiener Michaelerplatz repräsentierte in der von kulturellen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägten Zeit der Wiener Moderne die Ansprüche einer „modernen“ Baukunst. Dafür wurden das Gebäude und sein Architekt, Adolf Loos, nach der Enthüllung der schmucklosen Außenfassade von der Wiener Presse und der Stadtpolitik angefeindet und skandalisiert. Die vorliegende Arbeit zeigt basierend auf zeitgenössischen Zeitungstexten auf, inwiefern sich dieser Skandal im Vergleich zu weiteren „Kunstskandalen“ verhält, die ein zentrales Phänomen in der Gesellschaft jener Zeit darstellen. Dabei soll insbesondere der „moderne“ Umgang Loos‘ mit „seinem“ Skandal im Mittelpunkt stehen, da dieser die öffentliche Aufregung konstruktiv zu seinem eigenen Vorteil nutzte.

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