Außer- und voreheliche Geburten in den Pfarrmatriken: Ansfelden zwischen 1785 und 1855

Im Schnitt wurden in Mitteleuropa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts 10 bis 20 Prozent aller Kinder unehelich geboren. Schon diese enorme Schwankungsbreite deutet starke räumliche Unterschiede an, was den Wert von Lokalstudien zur Feststellung und Erforschung regionaler Spezifika unterstreicht. Zudem sind derartige Durchschnittswerte für große Räume immer problematisch, da sie zwangsläufig eine Verallgemeinerung darstellen und…

Von Gästen und Geächteten. Sommerfrische-Idyll und Antisemitismus am Mattsee (1860–1920)

Mattsee, eine bei Reisenden beliebte Gemeinde im nördlichen Salzburger Flachgau, zog im Juli 1921 die mediale Aufmerksamkeit auf sich, als der Ort vom Gemeindevorstand offiziell für „judenfrei“ erklärt wurde. Durch dieses Alleinstellungsmerkmal sollten in Krisenzeiten besonders viele Sommerfrischegäste nach Mattsee gelockt werden. Ein gänzlich gegenteiliges Bild Mattsees zeigte sich jedoch noch vor dem Ersten Weltkrieg, als…

Triebfedern der Gewalt. Eine sozialpsychologische Analyse der NS-Endphaseverbrechen in den Alpen- und Donaureichsgauen

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges kam es auf dem Boden des heutigen Österreich zu einer Entgrenzung der Gewalt, die Zehntausende Tote forderte. Die Täter/-innen dieser Endphaseverbrechen entstammten allen Bevölkerungsschichten. In diesem Aufsatz wird der Frage nachgegangen, wie diese Gewalteskalation möglich war und möglich gemacht wurde. Um den Triebfedern der Gewalt auf den Grund zu…

Zwischen Kriegs- und Heimatfront: Von der Alltagsgeschichte eines Tragtierführers im Ersten Weltkrieg zu einem Plädoyer für die „Etappenfront“ in der Geschichtswissenschaft

Der Etappenbereich zählt nach wie vor zu den am wenigsten und nur fragmentarisch erforschten Aspekten des Ersten Weltkrieges. In diesem Beitrag wird anhand einer qualitativen wie auch quantitativen Korrespondenzanalyse der Briefe, die der Tragtierführers Gustav Grünauer 1915 in der Trentiner Etappe verfasste, für die Notwendigkeit des Konzeptes einer „Etappenfront“ als spezifischer Kriegswahrnehmungsraum in den „First…

Hoffnung bis zum Tod. Wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt – der Fall des Edmund Molnar aus Hallein

Eine öffentlich geäußerte Beleidigung Adolf Hitlers durch einen Soldaten konnte während des Nationalsozialismus als Wehrkraftzersetzung bezeichnet und verurteilt werden. In der vorliegenden Arbeit wird ein solcher Fall näher beleuchtet. Bei dem Verurteilten handelt es sich um den gebürtigen Halleiner Edmund Molnar, welcher am 14. August 1943 verhaftet und am 26. Mai 1944 im Alter von 21 Jahren erschossen…

Politik und Diplomatie Metternichs und Castlereaghs im Sechsten Koalitionskrieg

Der Sechste Koalitionskrieg war ein Auflehnen alliierter Mächte gegen die napoleonische Hegemonie. Geschildert aus den Perspektiven des österreichischen Außenministers Metternich und seines britischen Pendants Castlereagh, werden Handlungsmuster und -spielräume beider Großmächte außerhalb und innerhalb der Koalition untersucht. Beginnend mit den ersten Abwendungserscheinungen Österreichs vom Bündnispartner Frankreich, spannt der Aufsatz einen Bogen bis zur ersten Abdankung…