Zwischen Pragmatismus, Verurteilung und Verdrängung – Blicke von „außen“ auf die Prostitution in Salzburg um 1900

von Bianca Kronsteiner

Arbeit eingereicht bei: Ao. Univ.-Prof. Dr. Sylvia Hahn

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stellte Armut ein weitverbreitetes Problem in der Salzburger Bevölkerung dar. Unter anderem waren Frauen davon stark betroffen und aufgrund ihrer schwierigen Verdienstlage war Prostitution mitunter häufig die einzige Möglichkeit, sich einen Lebensunterhalt zu verdienen. Vor allem Dienstmädchen, Arbeiterinnen, Kellnerinnen und Tagelöhnerinnen machten einen hohen Anteil unter den Prostituierten aus. Das Prostitutionswesen bildete ein komplexes System bestehend aus Prostituierten, ZuhälterInnen, KupplerInnen, BordellbesitzerInnen und Freiern. Dem gegenüber standen KritikerInnen und GegnerInnen, die sich aus FrauenrechtlerInnen, MedizinerInnen sowie der Verwaltung und Exekutive zusammensetzten. Im folgenden Beitrag werden die unterschiedlichen Wahrnehmungsformen von Prostitution in Salzburg um 1900 analysiert, wobei der Fokus auf der medialen Öffentlichkeit, den Reaktionen der Verwaltungsorgane und unterschiedlichen öffentlichen AkteurInnen liegt.

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Der Soundtrack der Abgrenzung. Ein Oral-History Zugang zur Musik und Jugendkultur im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre

von Lorenz Paulus

Arbeit eingereicht bei: Ass. Prof. Mag. Dr. Ewald Hiebl

Die Arbeit behandelt die Rolle der Musik in der Herausbildung von Jugendkulturen im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre. Im Vordergrund steht ein erinnerungs- und erfahrungsgeschichtlicher Zugang, der sich auf vier Oral-History Interviews mit ZeitzeugInnen stützt. (Jugend-)Kulturelle Phänomene wie der Rock ’n’ Roll, die Halbstarken, der Beat und die Beatles werden somit auch aus einer Salzburger Perspektive betrachtet. Darüber hinaus wird ihr Potential bezüglich jugendlicher Abgrenzung, Identitätsbildung und Sinnstiftung erforscht und stets am Grad der Ablehnung der Erwachsenenwelt gemessen.

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Schule im Nationalsozialismus mit Fokus auf den Pongau / Salzburg – dargestellt anhand von Schulchroniken und Interviews

von Gertrude Chalupny

Arbeit eingereicht bei: Ao. Univ.-Prof. Dr. Helga Embacher

Die Arbeit befasst sich mit dem nationalsozialistischen Schul- und Erziehungssystem, das sein Hauptziel in der Formung des Menschen auf Basis der nationalsozialistischen Ideologie sah. Es wird untersucht, welche Folgen sich aus dem totalen Zugriff von Partei und Staat für die Schulen, die LehrerInnen und SchülerInnen sowie den Schulalltag ergaben und mit welchen Konzepten und Methoden versucht wurde, die Erziehungsinhalte und -ziele zu erreichen. Im Fokus steht die Schulsituation im Pongau (Bundesland Salzburg) von 1938 bis 1945. Ausgewertet werden Schulchroniken und fünf Interviews von ZeitzeugInnen. Gegenstand der narrativen Interviews sind Kindheits- und Jugenderinnerungen an ein Leben in Diktatur und Krieg, die Chronikeintragungen veranschaulichen die Schulsituation und bilden ein Korrelat zur Sicht der Interviewten.

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Hoffnung bis zum Tod. Wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt – der Fall des Edmund Molnar aus Hallein

von Valerie Stejskal

Arbeit eingereicht bei: Ao. Univ.-Prof. DDr. Gerhard Ammerer

Eine öffentlich geäußerte Beleidigung Adolf Hitlers durch einen Soldaten konnte während des Nationalsozialismus als Wehrkraftzersetzung bezeichnet und verurteilt werden. In der vorliegenden Arbeit wird ein solcher Fall näher beleuchtet. Bei dem Verurteilten handelt es sich um den gebürtigen Halleiner Edmund Molnar, welcher am 14. August 1943 verhaftet und am 26. Mai 1944 im Alter von 21 Jahren erschossen wurde. Zahlreiche Briefe, offizielle Dokumente und ein von ihm während seiner Gefangenschaft geführtes Tagebuch lassen es zu, Details über seine Verhaftung und den Haftverlauf zu rekonstruieren und analysieren. Neben einer chronologischen Analyse des Falles, wird dieser in einen breiteren Kontext eingebettet und das Verurteilungsverfahren sowie die Gefangenschaft und der Urteilsvollzug jener Zeit exemplarisch untersucht.

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Von Gästen und Geächteten. Sommerfrische-Idyll und Antisemitismus am Mattsee (1860–1920

von Sybille Mühlbacher

Arbeit eingereicht bei: Dr. Katharina Scharf, BA MA

Mattsee, eine bei Reisenden beliebte Gemeinde im nördlichen Salzburger Flachgau, zog im Juli 1921 die mediale Aufmerksamkeit auf sich, als der Ort vom Gemeindevorstand offiziell für „judenfrei“ erklärt wurde. Durch dieses Alleinstellungsmerkmal sollten in Krisenzeiten besonders viele Sommerfrischegäste nach Mattsee gelockt werden. Ein gänzlich gegenteiliges Bild Mattsees zeigte sich jedoch noch vor dem Ersten Weltkrieg, als auch Juden und Jüdinnen bereitwillig im Ort Aufnahme fanden. Dieser tourismuspolitische Wandel zwischen 1860 und 1920 wird in der vorliegenden Arbeit anhand zweier in der Antisemitismusforschung gängiger Theorien (Deprivations- und Krisentheorie) untersucht. Unter Einbeziehung des medialen Diskurses werden die Wechselwirkungen der damaligen sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen und der tourismuspolitischen Entscheidungen der Gemeinde analysiert.

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