Warum in Weißrussland scheiterte, was in der Ukraine gelang – Analyse des Erfolgsgeheimnisses politischen Protests an den Beispielen der Orangenen Revolution und der Jeans Revolution

von Lukas Kollnberger

Arbeit eingereicht bei: Mag. Dr. Franz Fallend

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Erfolgsfaktoren politischen Protests. In einer Synthese bestehender Erklärungsansätze wird argumentiert, dass der Aufbau oppositioneller Ressourcen von der Offenheit des politischen Wettbewerbs und der Wahrscheinlichkeit repressiver Reaktionen des Regimes abhängt. Je offener und weniger repressiv das politische System, desto geringer die Kosten des Aufbaus von Ressourcen und desto größer die Chancen zur Mobilisierung von Massenprotest, der die Legitimität der Herrschenden unterminiert und Neuwahlen erzwingt. Ein Vergleich der erfolgreichen Orangenen Revolution in der Ukraine 2004/2005 und der gescheiterten Jeans Revolution in Weißrussland 2006 soll diese These überprüfen. Die auf Basis von Sekundärliteratur gewonnenen Ergebnisse dieser vergleichenden Fallstudie unterstützen das formulierte theoretische Argument.

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Alexander Langer als Akteur der „68er-Bewegung“ in Südtirol

von Simona Winkler

Arbeit eingereicht bei: MMag. Andrej Werth

Alexander Langer (1946–1995) gilt als einer der bedeutendsten Akteure der „68er-Bewegung“ in Südtirol / Alto Adige und fiel auch während seiner späteren politischen Karriere als Landtagsabgeordneter oftmals aufgrund seiner kontroversen Sichtweisen bezüglich der Sprachgruppenproblematik im Land auf. Zeitlebens engagierte er sich für ein friedliches Zusammenleben zwischen der deutsch-, italienisch- und ladinischsprachigen Bevölkerung  sowie für die Pluralisierung Südtirols / Alto Adiges in medialer und politischer Hinsicht. Seine Aktivitäten um das Jahr 1968 werden im Folgenden genauer erläutert und in den historischen Kontext der 1960er Jahre in der Region eingeordnet. Damit wird eine Lücke der regionalen Geschichtswissenschaft in Bezug auf die „68er-Bewegung“ thematisiert.

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Der Soundtrack der Abgrenzung. Ein Oral-History Zugang zur Musik und Jugendkultur im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre

von Lorenz Paulus

Arbeit eingereicht bei: Ass. Prof. Mag. Dr. Ewald Hiebl

Die Arbeit behandelt die Rolle der Musik in der Herausbildung von Jugendkulturen im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre. Im Vordergrund steht ein erinnerungs- und erfahrungsgeschichtlicher Zugang, der sich auf vier Oral-History Interviews mit ZeitzeugInnen stützt. (Jugend-)Kulturelle Phänomene wie der Rock ’n’ Roll, die Halbstarken, der Beat und die Beatles werden somit auch aus einer Salzburger Perspektive betrachtet. Darüber hinaus wird ihr Potential bezüglich jugendlicher Abgrenzung, Identitätsbildung und Sinnstiftung erforscht und stets am Grad der Ablehnung der Erwachsenenwelt gemessen.

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Schule im Nationalsozialismus mit Fokus auf den Pongau / Salzburg – dargestellt anhand von Schulchroniken und Interviews

von Gertrude Chalupny

Arbeit eingereicht bei: Ao. Univ.-Prof. Dr. Helga Embacher

Die Arbeit befasst sich mit dem nationalsozialistischen Schul- und Erziehungssystem, das sein Hauptziel in der Formung des Menschen auf Basis der nationalsozialistischen Ideologie sah. Es wird untersucht, welche Folgen sich aus dem totalen Zugriff von Partei und Staat für die Schulen, die LehrerInnen und SchülerInnen sowie den Schulalltag ergaben und mit welchen Konzepten und Methoden versucht wurde, die Erziehungsinhalte und -ziele zu erreichen. Im Fokus steht die Schulsituation im Pongau (Bundesland Salzburg) von 1938 bis 1945. Ausgewertet werden Schulchroniken und fünf Interviews von ZeitzeugInnen. Gegenstand der narrativen Interviews sind Kindheits- und Jugenderinnerungen an ein Leben in Diktatur und Krieg, die Chronikeintragungen veranschaulichen die Schulsituation und bilden ein Korrelat zur Sicht der Interviewten.

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„Erziehung nach Auschwitz“ heute. Gedenkstättenpädagogik und das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau

von Marlene Wöckinger

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Dr. Albert Lichtblau

Geschehnisse wie in Ausschwitz dürfen sich nicht wiederholen, das ist der grundlegende Gedanke der Vermittlungsarbeit heutiger Gedenkstätten. In dieser Arbeit werden die Phasen der Erinnerungspolitik in Österreich und die Entwicklung der Gedenkstättenpädagogik inklusive ihres derzeitigen Ziels, Besucher und Besucherinnen zum Sehen, Denken und Handeln zu verhelfen, erschlossen. Das dient als Grundlage, um anschließend aufzuarbeiten, dass pädagogische Konzepte derzeit an der Gedenkstätte in Auschwitz kaum umgesetzt werden. Bedingt durch die steigenden Besichtigungszahlen und die baulichen Gegebenheiten ist es dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau nicht möglich, allen Erwartungen der modernen Gedenkstättenpädagogik gerecht zu werden. Das fordert auf, rasch neue Vermittlungskonzepte umzusetzen.

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Hoffnung bis zum Tod. Wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt – der Fall des Edmund Molnar aus Hallein

von Valerie Stejskal

Arbeit eingereicht bei: Ao. Univ.-Prof. DDr. Gerhard Ammerer

Eine öffentlich geäußerte Beleidigung Adolf Hitlers durch einen Soldaten konnte während des Nationalsozialismus als Wehrkraftzersetzung bezeichnet und verurteilt werden. In der vorliegenden Arbeit wird ein solcher Fall näher beleuchtet. Bei dem Verurteilten handelt es sich um den gebürtigen Halleiner Edmund Molnar, welcher am 14. August 1943 verhaftet und am 26. Mai 1944 im Alter von 21 Jahren erschossen wurde. Zahlreiche Briefe, offizielle Dokumente und ein von ihm während seiner Gefangenschaft geführtes Tagebuch lassen es zu, Details über seine Verhaftung und den Haftverlauf zu rekonstruieren und analysieren. Neben einer chronologischen Analyse des Falles, wird dieser in einen breiteren Kontext eingebettet und das Verurteilungsverfahren sowie die Gefangenschaft und der Urteilsvollzug jener Zeit exemplarisch untersucht.

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Triebfedern der Gewalt. Eine sozialpsychologische Analyse der NS-Endphaseverbrechen in den Alpen- und Donaureichsgauen

von Manuel Stolz

Arbeit eingereicht bei: Priv.-Doz. Dr. Alexander Pinwinkler

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges kam es auf dem Boden des heutigen Österreich zu einer Entgrenzung der Gewalt, die Zehntausende Tote forderte. Die Täter/-innen dieser Endphaseverbrechen entstammten allen Bevölkerungsschichten. In diesem Aufsatz wird der Frage nachgegangen, wie diese Gewalteskalation möglich war und möglich gemacht wurde. Um den Triebfedern der Gewalt auf den Grund zu gehen, wird ein sozialpsychologischer Zugang gewählt, der das Handeln der Täter/-innen situativ analysiert. Konkret bedeutet das eine Kontextualisierung, die die nationalsozialistische Ideologie ebenso berücksichtigt wie die Wirkung zeitgenössischer Männlichkeitsdiskurse, die Erforschung und Hinterfragung situativer menschlicher Verhaltensphänomene und eine exemplarische Darstellung der Bemühungen des NS-Regimes, letztere anzuregen.

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Das Unterrichtskonzept Handlungsspielräume am Beispiel Musik und speziell Jazz im Nationalsozialismus

von Claudia Gut

Arbeit eingereicht bei: MMag. Dr. Heinrich Ammerer

Dem Lernen mit Konzepten wird im neuen österreichischen Lehrplan des Faches Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung (2016) ein wichtiger Stellenwert beigemessen. Leitfäden für die konkrete Umsetzbarkeit dieses Unterfangens sowie eine didaktische Aufbereitung existieren in Österreich bisher jedoch kaum. Um dem entgegenzuwirken, präsentiert die Studie eine konzeptorientierte Unterrichtseinheit zu dem im fachdidaktischen Diskurs bisher kaum thematisierten Konzept Handlungsspielraum mit entsprechenden Arbeitsmaterialien. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet das Thema Musik, insbesondere Jazz, im Dritten Reich. Diese Fokussierung erlaubt es, die Lernenden auf die Existenz unterschiedlicher Handlungsspielräume in Diktaturen und demokratischen Systemen aufmerksam zu machen und darüber zu reflektieren.

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Schweigen im (Blätter-)Walde? Ein Beitrag zur Geschichte des Widerstandes gegen die Pyhrnautobahn

von Peter Größwagen

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Dr. Martin Knoll

Die Pyhrnautobahn ist als Teil des transeuropäischen Straßennetzes eine hoch-rangige Alpenquerung. 1987 kam es nach Beginn der Arbeiten zum Lücken-schluss in Oberösterreich zu Baustellenbesetzungen, die durch das Einschreiten der Gendarmarie beendet werden mussten. Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption der Widerstandsaktionen in österreichweit erscheinenden Print-medien mit Hilfe der historischen Diskursanalyse. Die durch Große Koalition, gemeinsame wirtschafts- und beschäftigungspolitische Ziele der Sozialpartner und die Interessen der Bundesländer Oberösterreich und Steiermark entstan-denen hegemonialen Politikverhältnisse bewirkten einen stabilen Pro-Autobahn-Diskurs. Den Autobahngegnerinnen und -gegnern gelang es weder regi-onal, Menschen in nennenswerter Anzahl zu mobilisieren, noch nachhaltig über die regionale Ebene hinaus Aufmerksamkeit zu erzeugen.

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Zwischen „brutaler Naziverfolgung“ und „nachsichtiger Politik“ – Die Entnazifizierung österreichischer „Minderbelasteter“ 1945 bis 1960 anhand eines Fallbeispiels

von Hanna Frischenschlager

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Mag. Dr. Margit Reiter

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verfolgten die Alliierten in Österreich ein großes Ziel: Sie wollten das Land konsequent „entnazifizieren“, d. h. Nationalsozialist*innen aus allen Führungspositionen entfernen, das nationalsozialistische Gedankengut aus der Gesellschaft beseitigen und eine demokratiebewusste Zivilgesellschaft schaffen. Vor allem die USA propagierten dieses Programm. In der Praxis gestaltete sich das Vorhaben allerdings anders als ursprünglich geplant. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das ambitionierte Ziel der Alliierten tatsächlich umgesetzt werden konnte. Anhand eines konkreten Fallbeispiels wird veranschaulicht, welche Maßnahmen in der Nachkriegszeit gegen ehemalige Nationalsozialist*innen ergriffen wurden und welche kurz- und langfristigen Auswirkungen diese Entnazifizierungspolitik auf die Betroffenen und ihre Familien sowie die österreichische Gesellschaft insgesamt hatte.

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