Kinderverschickungen nach Portugal. Erholungsaufenthalte in einer fremden Welt. 1947–1956

von Susanne Mayr

Arbeit eingereicht bei: Ao. Univ.-Prof. Dr. Helga Embacher

Die Arbeit basiert auf den Ergebnissen der Diplomarbeit der Verfasserin und beschäftigt sich mit den Erholungsaufenthalten österreichischer Kinder in Portugal. Organisiert von der österreichischen und portugiesischen Caritas, wurden 5.402 Kinder im Zeitraum von 1947 bis 1956 zu Pflegefamilien verschickt. Im Zentrum des Forschungsinteresses stehen die unterschiedlichen Welten, mit denen die Kinder konfrontiert waren, und deren Anpassungsstrategien an eine neue Kultur, Sprache und Gesellschaft. Des Weiteren wird auf häufig erfolgte Wiedereinladungen (so genannte „Gastkindertransporte“) und die, wenn auch wesentlich selteneren, Adoptionen eingegangen. Als Quellen dienten Interviews mit ehemaligen „Portugalkindern“ sowie umfassendes Aktenmaterial, das tiefe Einblicke in die Arbeit der beiden Caritas-Organisationen gibt und Aussagen über die Abwicklung der Verschickungen sowie die Auswahl der Kinder zulässt.

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Der Soundtrack der Abgrenzung. Ein Oral-History Zugang zur Musik und Jugendkultur im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre

von Lorenz Paulus

Arbeit eingereicht bei: Ass. Prof. Mag. Dr. Ewald Hiebl

Die Arbeit behandelt die Rolle der Musik in der Herausbildung von Jugendkulturen im Salzburg der 1950er und 1960er Jahre. Im Vordergrund steht ein erinnerungs- und erfahrungsgeschichtlicher Zugang, der sich auf vier Oral-History Interviews mit ZeitzeugInnen stützt. (Jugend-)Kulturelle Phänomene wie der Rock ’n’ Roll, die Halbstarken, der Beat und die Beatles werden somit auch aus einer Salzburger Perspektive betrachtet. Darüber hinaus wird ihr Potential bezüglich jugendlicher Abgrenzung, Identitätsbildung und Sinnstiftung erforscht und stets am Grad der Ablehnung der Erwachsenenwelt gemessen.

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Zwischen „brutaler Naziverfolgung“ und „nachsichtiger Politik“ – Die Entnazifizierung österreichischer „Minderbelasteter“ 1945 bis 1960 anhand eines Fallbeispiels

von Hanna Frischenschlager

Arbeit eingereicht bei: Univ.-Prof. Mag. Dr. Margit Reiter

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verfolgten die Alliierten in Österreich ein großes Ziel: Sie wollten das Land konsequent „entnazifizieren“, d. h. Nationalsozialist*innen aus allen Führungspositionen entfernen, das nationalsozialistische Gedankengut aus der Gesellschaft beseitigen und eine demokratiebewusste Zivilgesellschaft schaffen. Vor allem die USA propagierten dieses Programm. In der Praxis gestaltete sich das Vorhaben allerdings anders als ursprünglich geplant. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das ambitionierte Ziel der Alliierten tatsächlich umgesetzt werden konnte. Anhand eines konkreten Fallbeispiels wird veranschaulicht, welche Maßnahmen in der Nachkriegszeit gegen ehemalige Nationalsozialist*innen ergriffen wurden und welche kurz- und langfristigen Auswirkungen diese Entnazifizierungspolitik auf die Betroffenen und ihre Familien sowie die österreichische Gesellschaft insgesamt hatte.

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